Die Klasse B ist der klassische Pkw-Führerschein und der mit Abstand häufigste in Österreich. Egal ob du zum ersten Mal an deine Lenkberechtigung denkst oder gerade mitten in der Fahrschule steckst: Hier bekommst du den kompletten Überblick darüber, was du mit der Klasse B fahren darfst, welche Voraussetzungen gelten, wie Ausbildung und Prüfung ablaufen und was nach dem Schein noch auf dich zukommt.

Was du mit der Klasse B fahren darfst

Mit der Klasse B fährst du Pkw bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3.500 kg. Mitfahren dürfen bis zu 8 Personen plus dich als Lenker:in — das deckt also so ziemlich jeden normalen Pkw ab, vom Kleinwagen bis zum gut gefüllten Familien-Van.

Wichtig ist: Es zählt nicht, wie viel das Fahrzeug gerade wiegt, sondern das im Typenschein eingetragene höchstzulässige Gesamtgewicht. Ein leerer Transporter, der voll beladen über 3.500 kg käme, ist mit Klasse B tabu. Auch leichte vierrädrige Fahrzeuge und in der Regel die Klasse AM (Moped) sind mit der Klasse B abgedeckt — die genauen Einschlüsse prüfst du am besten über offizielle Quellen wie oesterreich.gv.at.

Anhänger — was geht (≤750 kg, Code 96, BE)

Beim Thema Anhänger lohnt sich ein genauer Blick, weil hier viele unsicher sind.

  • Leichter Anhänger bis 750 kg: Den darfst du mit der reinen Klasse B ohne Zusatz ziehen.
  • Code 96: Brauchst du, wenn die Kombination aus Zugfahrzeug und schwererem Anhänger ein bestimmtes Gesamtgewicht überschreitet. Code 96 ist eine Erweiterung der Klasse B mit einer kurzen Zusatzausbildung, aber ohne eigene Prüfung im klassischen Sinn.
  • Klasse BE: Die eigene Anhängerklasse für noch schwerere Anhänger. Hier kommt eine eigene praktische Prüfung dazu.

💡 Tipp: Wenn du absehbar einen Wohnwagen oder Pferdeanhänger ziehen willst, kläre die Anhängerfrage schon vor der Ausbildung. So vermeidest du, dass du den Schein später teuer erweitern musst.

Die Voraussetzungen

Damit du überhaupt zur Prüfung antreten darfst, müssen ein paar Dinge erfüllt sein:

  1. Mindestalter: In der Regel 18 Jahre. Über die L17-Variante (begleitetes Fahren) kannst du die praktische Prüfung vorgezogen schon mit 17 ablegen.
  2. Ärztliche Eignung: Eine kurze ärztliche Untersuchung bestätigt, dass du gesundheitlich zum Fahren in der Lage bist.
  3. Erste-Hilfe-Kurs: Vorgeschrieben sind 6 Stunden. Den machst du am besten früh, dann hast du diesen Punkt abgehakt.
  4. Bestandene Theorie- und Praxisprüfung.

Diese Bausteine kannst du teilweise parallel erledigen, was Zeit spart.

Theorie- und Praxisausbildung

Die Ausbildung gliedert sich in zwei Teile mit klaren Mindestumfängen (Richtwerte, Stand 2026 — Details können je nach Bundesland und Fahrschule leicht abweichen).

In der Theorie sind mindestens 32 Unterrichtseinheiten (UE) vorgesehen: rund 20 UE Basiswissen, das für alle Klassen gilt, plus etwa 12 UE klassenspezifisch für die Klasse B. Inhaltlich geht es um Verkehrsregeln, Verkehrszeichen, Gefahrenlehre, technisches Grundwissen und das richtige Verhalten in kritischen Situationen. Der Stoff ist umfangreicher, als viele erwarten — wer ihn aber sauber durcharbeitet, fährt später entspannter und sicherer.

In der Praxis sind mindestens 18 UE vorgeschrieben, darunter drei Sonderfahrten:

  • eine Nachtfahrt — Fahren bei Dunkelheit mit den besonderen Sichtverhältnissen,
  • eine Autobahnfahrt — Auffahren, Spurwechsel und Abstand bei hohem Tempo,
  • eine Überlandfahrt — Landstraßen, Kurven und wechselnde Geschwindigkeiten.

Bei den übrigen Stunden sitzt du mit einer Fahrlehrer:in im Auto und übst Schritt für Schritt: vom ruhigen Anfahren über das Einparken bis zum sicheren Mitschwimmen im Verkehr. Wie viele Fahrstunden du am Ende brauchst, hängt stark von dir ab. Manche kommen mit dem Pflichtprogramm aus, andere buchen Zusatzstunden, um sicherer zu werden — und genau die summieren sich im Preis.

💡 Tipp: Beginne früh mit der Theorie. Wer den Stoff sicher beherrscht, geht entspannter in die praktische Ausbildung — und braucht oft weniger teure Zusatzfahrstunden.

Die Prüfung

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen. Die Theorieprüfung legst du am Computer ab. Sie ist selbst zweigeteilt: Du beantwortest Fragen aus dem Grundwissen, das für alle Klassen gilt, und Fragen, die speziell zur Klasse B gehören. Beide Bereiche müssen für sich bestanden sein — es reicht also nicht, in einem Teil sehr stark zu sein und den anderen zu vernachlässigen. Die Fragen erscheinen samt Antwortmöglichkeiten am Bildschirm; manche haben mehrere richtige Antworten.

Die praktische Prüfung nimmt dir eine Sachverständige ab — dabei zeigst du, dass du das Fahrzeug sicher beherrschst und im echten Verkehr regelkonform und vorausschauend unterwegs bist.

Fällst du durch, ist das kein Drama, aber eine Wiederholung kostet Zeit, Nerven und Geld. Genau deshalb zahlt sich gute Vorbereitung doppelt aus — vor allem bei der Theorie, die du jederzeit und kostenlos üben kannst.

Mehrphasenausbildung & Probezeit

Mit dem bestandenen Schein ist die Ausbildung in Österreich noch nicht ganz vorbei. Es folgt die Mehrphasenausbildung: weitere Trainings und ein Fahrsicherheitstraining innerhalb von 12 Monaten nach der Prüfung. Sie sollen genau die kritische Anfangszeit begleiten, in der die meisten Unfälle passieren.

Parallel läuft die Probezeit von 3 Jahren, in der eine strengere Alkoholgrenze von 0,1 ‰ gilt — praktisch heißt das: vor dem Fahren gar nicht trinken. Versäumst du die Mehrphase, verlängert sich die Probezeit — also gleich nach der Prüfung die Termine in den Kalender eintragen.

So gehst du es am besten an

Wenn du den B-Führerschein angehst, hilft ein klarer Fahrplan, Zeit und Geld zu sparen:

  1. Früh mit der Theorie beginnen. Wer den Stoff sicher beherrscht, geht entspannter in die Praxis und braucht oft weniger teure Zusatzfahrstunden.
  2. Erste Hilfe und ärztliche Untersuchung früh erledigen. Diese Pflichtbausteine kannst du parallel abhaken, statt am Ende in Stress zu geraten.
  3. Angebote vergleichen. Schau, welche Leistungen im Paketpreis stecken — die Unterschiede zwischen Fahrschulen sind groß.
  4. Die Mehrphase einplanen. Sie kommt nach der Prüfung verpflichtend dazu und gehört von Anfang an ins Budget und in den Kalender.

💡 Tipp: Mach die Theorieprüfung möglichst beim ersten Anlauf. Jede bestandene Prüfung spart dir die Wiederholungsgebühr und die Wartezeit — und die Vorbereitung dafür kostet dich nichts außer ein bisschen Übung.

Üben kannst du die offiziellen B-Fragen kostenlos bei losfahr.at — Kapitel für Kapitel und mit Fortschrittsanzeige, damit du genau siehst, wo du schon sattelfest bist.